So sieht das Berufsbild der Beleghebamme aus

Beleghebammen sind selbstständig tätig, haben im Vergleich zu den freiberuflichen Hebammen aber einen Belegvertrag mit einer oder mehreren Geburtskliniken oder einem Geburtshaus. Die Kosten ihrer Haftpflicht-, Sozial- und Pensionsversicherung tragen sie selbst.1 Für die werdenden Eltern macht es keinen Unterschied, ob du als Hebamme fest angestellt oder als Beleghebamme tätig bist.

Eine Besonderheit ist die Begleit-Beleghebamme: Freiberufliche Hebammen, die die Gebärende in die Klinik begleiten, mit der sie einen Versorgungsvertrag abgeschlossen haben.2 Diese Begleitung ist aber nicht in allen Kliniken möglich. Die Begleit-Beleghebamme übernimmt die Betreuung während der Geburt und ein großer Vorteil für die werdende Mutter ist, dass sie während der ganzen Zeit ihre vertraute Hebamme an der Seite hat, egal wie lange es dauert. Im Klinikalltag und bei einer langen Geburt können das durch den Schichtdienst schnell drei, vier verschiedene Hebammen werden, die die Frau noch nie zuvor gesehen hat. Eine Begleit-Beleghebamme ist auch ideal für Frauen, für die eine Hausgeburt nicht in Frage kommt, die sich aber eine individuelle Betreuung durch ihre Hebamme bei der Geburt wünschen.

Um Beleghebamme zu werden, machst du dich als Hebamme zunächst selbstständig und schließt mit einer Klinik oder einem Geburtshaus einen Belegvertrag ab. Hierbei handelt es sich um eine privatrechtliche Vereinbarung zwischen einer Klinik und einer freiberuflichen Hebamme.3

Aufgaben und Alltag einer Beleghebamme

Als Begleit-Beleghebamme bist du für die werdende Mutter eine sehr wichtige Vertrauensperson und hast viele unterschiedliche Aufgaben. Sie hat dich schon in der Schwangerschaft kennengelernt, da du wahrscheinlich auch die Vorsorge übernommen hast. So weißt du genau, was ihr wichtig ist und kannst bei der Geburt auf ihre Wünsche eingehen.4 Du bleibst während der Geburt die ganze Zeit an der Seite der werdenden Mutter, auch wenn die anderen Hebammen Schichtwechsel haben. Entscheidungen werden gemeinsam und im Sinne der Frau getroffen. Sollte es zu einem Kaiserschnitt kommen, begleitet die Begleit-Beleghebamme die Frau auch in dieser Situation. Nach der Geburt nimmt sie oder der Kinderfacharzt die U1-Untersuchung des Neugeborenen vor und erst bei der Verlegung auf die Wochenbettstation verlässt sie die Frau. Die meisten Begleit-Beleghebammen betreuen ihre Frauen nach der Geburt zu Hause weiter und besuchen sie im Wochenbett, geben Tipps zum Stillen, helfen bei körperlichen und seelischen Problemen oder geben zusätzlich Rückbildungskurse.5

Wenn es ab der 37. Schwangerschaftswoche los geht, kann die Frau ihre Begleit-Beleghebamme anrufen und sie kommt zur Geburtsbetreuung mit ins Krankenhaus – mittags um eins ebenso wie um Mitternacht. Hier ist Flexibilität im Hinblick auf die Arbeitszeiten gefragt. Auch wenn sich Frauen nicht sicher sind, ob die Geburt wirklich schon los geht, kann die Begleit-Beleghebamme helfen, indem sie beispielsweise die Wehentätigkeit und den Muttermund überprüft. Die Arbeitszeiten der Begleit-Beleghebamme sind ähnlich wie die der freiberuflichen Hebamme: lang. Durch die Rufbereitschaft ist nie wirklich Feierabend, was sich nicht immer leicht mit der eigenen Familie vereinbaren lässt.

Gehalt einer Beleghebamme

Als Beleghebamme trägst du die Kosten für deine Haftpflicht-, Sozial- und Rentenversicherung selbst, kannst aber auf die Infrastruktur der Klinik zugreifen, mit der du einen Vertrag geschlossen hast.6 Sie rechnet die Geburtsbegleitung einschließlich aller Leistungen und Dokumentationen mit der Zsuatz- Krankenkasse der betreuten Frau direkt ab.7

Dazu kommen, wie bei allen selbstständig tätigen Hebammen, die hohen Kosten für die Berufshaftpflichtversicherung.8