Die Beikostgabe sollte österreichische Beikostempfehlung von REVAN folgen. Dieser gilt auch für Kinder mit erhöhtem Allergierisiko.

Empfehlung zur Beikost hinsichtlich der Allergieprävention

Grundsätzlich sollten allergene Lebensmittel, wie Eier, Fisch, etc. zur gleichen Zeit im Rahmen der Beikost eingeführt werden, wie die restlichen Lebensmittel. Für eine zeitlich verzögerte Einführung potentieller Allergene gibt es keine Evidenz.1
Die österreichische Beikostempfehlung empfiehlt grundsätzlich eine Beikosteinführung in Abhängigkeit der motorischen Entwicklung des Säuglings zwischen der 17 und 26 Woche.2 Dabei wird sich auf die wissenschaftliche Stellungnahme der EFSA bezogen1: Neben den Gesichtspunkten der Nährstoffversorgung berücksichtigte die EFSA dabei auch die verfügbaren Daten zum Zusammenhang zwischen der Beikosteinführung und späteren Krankheitsrisiken, wie insbesondere dem Risiko für Zöliakie und für Diabetes mellitus Typ 1, aber auch zum Risiko für Übergewicht. Hinsichtlich Zöliakie und Diabetes mellitus Typ 1 sollte Gluten im Rahmen der Beikost in die Ernährung aufgenommen werden, zu dem Zeitpunkt, an dem auch andere Kohlenhydrate integriert werden.1

Individuelle Fähigkeiten des Säuglings im Fokus

Ab wann ein Säugling Beikost benötigt und reif dafür ist, kann individuell unterschiedlich sein. Wichtig ist es die entwicklungsrelevanten Fähigkeiten des Kindes zu berücksichtigen2: Körperliche Voraussetzungen (z.B. aufrechtes Sitzen), feinmotorische Eigenschaften (z.B. Bewegung der Zunge), Interesse am Essen der Familie, etc.

Empfehlung zur Abfolge und Auswahl der Beikost2:

  • Abwechslung durch Variation der verwendeten Beikostzutaten wichtig zur Geschmacksprägung und hinsichtlich der Nährstoffversorgung: Gemüse, Obst, Getreide, Fleisch, Hülsenfrüchte, Meeresfisch

  • Reihenfolge der Einführung der Breisorten nicht entscheidend

  • Bei Kindern mit erhöhtem Allergierisiko: Die Meidung oder spätere Einführung von häufiger Allergie auslösenden Lebensmitteln nicht empfohlen

  • Beikost für den Säugling kann selbst gekocht oder fertig gekauft werden – beides hat Vorteile.

Grundsätzlich ist auf Zusätze von Salz, Zucker oder andere Süßungsmittel zu verzichten.

Kuhmilch als Beikost

Trinkmilch (Kuhmilch) sollte im ersten Lebensjahr nur in kleinen Mengen ab dem sechsten Lebensmonat zur Zubereitung eines Milch-Getreide-Breis gegeben werden2. Zum Trinken sollte sie nach Vollendung des ersten Lebensjahres. Wenn Kuhmilch verwendet wird, soll sie nicht als Roh- oder Vorzugsmilch gegeben werden.2 Erfahre mehr über die Zubereitung von Milch-Getreide-Breien mit Kuhmilch und die Versorgung mit Calcium.

Literaturverzeichnis
1EFSA (EFSA Panel of Nutrition, Novel Foods and Food Allergens), Scientific opinion on the appropriate age range for introduction of complementary feeding into an infant’s diet. EFSA J 2019;17(9):5780

2 AGES, BMSGPK & DVSV (Hrsg.) (2022): Österreichische Beikostempfehlung. 2. Auflage, Österreichische Beikostempfehlungen_final_neu (richtigessenvonanfangan.at) (zuletzt geprüft 27.04.2022)