Stillende Mütter, die nicht ständig bei ihrem Kind sind, können ihren Alltag auch unabhängig vom Trinkrhythmus Ihres Babys gestalten, indem sie die Milch abpumpen.

Es wird empfohlen, dass stillende Mütter, die nicht ständig bei ihrem Kind sind, ihren Alltag auch unabhängig vom Trinkrhythmus ihres Babys gestalten können, indem sie die Milch abpumpen. So können auch Väter, Großeltern oder der Babysitter das Baby mit Muttermilch füttern, wenn die Mama unterwegs ist. 1

Zur Aufbewahrung sowie zum Einfrieren und Auftauen von abgepumpter Muttermilch lauten die Empfehlungen wie folgt:

    Raumtemperatur Kühlschrank Tiefkühltruhe Aufgetaute Muttermilch
    Deutschland 6 – 8 Stunden bei 19 bis 26°C 3 Tage bei 4 bis 6°C 6 Monate bei -18 bis -20°C Im Kühlschrank max. 10 Stunden
    Nicht wieder einfrieren!
    Schweiz  3 -4 Stunden, höchstens 6 – 8 Stunden bei 16 bis 29°C 3 Tage, höchstens 5 Tage bei kälter als 4°C 6 Monate, kälter als -17°C Ungeöffnet für max. 24 Stunden bei +4 °C
    Geöffnet für max.12 Stunden bei +4°C

    Nicht wieder einfrieren!

    Empfehlungen für das Einfrieren und Auftauen von Muttermilch3

    • Muttermilch am kältesten Ort im Kühlschrank aufbewahren, also hinten auf der Glasplatte über dem Gemüsefach.

    • Verwendung von Glas- oder Plastikflaschen; nur drei viertel voll füllen, um Raum für Ausdehnung zu lassen. Flaschen zuvor mit warmem Seifenwasser und Bürste reinigen und danach drei Minuten auskochen oder in einer Spülmaschine bei 65 °C reinigen.

    • Beschriften der Milchflaschen mit dem Datum des Abpumpens.

    • Verwendung von Muttermilchbeuteln, Glas- oder Plastikflaschen, allerdings ist der Einsatz von älteren Plastikflaschen nicht geeignet, da sie aus Hartplastik bestehen und deren Einsatz ist bei Babyflaschen seit 2011 verboten.

    • Nicht geeignet sind normale Eisbeutel oder Tiefkühlbeutel, da sie Weichmacher enthalten, die durch enthaltene Östrogene krebserregend sind und die Zeugungsfähigkeit einschränken. Außerdem sind sie nicht vorsterilisiert und entsprechen somit nicht den erforderlichen Hygieneansprüchen.

    • Frisch abgepumpte Milch kann einer Flasche mit schon gefrorener Milch hinzugegeben werden, vorausgesetzt, dass die Flasche sofort wieder in den Tiefkühlschrank kommt. Es darf nicht mehr als die bereits eingefrorene Milch sein, um das Antauen der eingefrorenen Milch zu verhindern.

    • Die gefrorene Muttermilch über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen oder zum Auftauen und Aufwärmen in maximal 37 °C warmes Wasser halten. Ein Aufwärmen in der Mikrowelle kann nicht empfohlen werden, da Verbrühungsgefahr besteht und wertvolle Inhaltsstoffe der Muttermilch zerstört werden.

    • Die Vitamine A, E und B, der Eiweißgehalt, Enzyme, Fette, Zink, Immunglobuline, Lactoferrin, Lysozym und Laktose bleiben beim Einfrieren erhalten.3

    • Manchmal kommt es durch eine Reaktion der Lipase zur Aufspaltung von Muttermilchfetten und dann schmeckt die Milch etwas seifig und kann vom Baby abgelehnt werden. Ist dies der Fall, kann die Muttermilch kurz erhitzt werden (kurz vor dem Siedepunkt), schnell abgekühlt und sofort eingefroren werden. Dies verhindert die Reaktion und die Milch schmeckt besser.3

    Milch, die innerhalb von 24 Stunden gesammelt wird, kann bei 4 bis 6 °C aufbewahrt und dann eingefroren werden. Frisch abgepumpte Milch kann einer Flasche mit schon gefrorener Milch hinzugegeben werden, vorausgesetzt, dass die Flasche sofort wieder in den Tiefkühlschrank kommt.

    Die gefrorene Muttermilch über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen oder zum Auftauen und Aufwärmen in maximal 37 °C warmes Wasser halten. Ein Aufwärmen in der Mikrowelle kann nicht empfohlen werden, da Verbrühungsgefahr besteht und wertvolle Inhaltsstoffe der Muttermilch zerstört werden.

    Literaturverzeichnis

    1 Koletzko, B., Bauer, C., Brönstrup, A., Cremer, M., Flothkötter, M., Hellmers, C., Kersting, M., Krawinkel, M., Przyrembel, H., Schäfer, T., Vetter, K., Wahn, U., Weißenborn, A. Säuglingsernährung und Ernährung der stillenden Mutter. Aktualisierte Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie, ein Projekt von IN FORM. Monatsschr Kinderheilkd 2013;161:237–46

    2 Nationale Stillkommission des Bundesinstituts für Risikobewertung (www.bfr.bund.de/; 2014)

    3 www.bdl-stillen.de

    4 https://www.stillfoerderung.ch/logicio/pmws/stillen__faq__de.html#frage21