Welche Versicherungen sind notwendig oder empfehlenswert für freiberufliche Hebammen?

Auf deinem Weg zur Freiberuflichkeit gibt es neben der Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems noch weitere wichtige Vorkehrungen zu treffen. Deine persönliche Absicherung im Beruf Hebamme ist eine wesentliche Formalität, die teilweise sogar gesetzlich vorgeschrieben ist. Denn mit einer Selbständigkeit sind auch immer gewisse Risiken verbunden, wie etwa dem Risiko einer Anklage oder einer Schadensersatzforderung. Vor allem aus letzterem Grund sind freiberufliche Hebammen dazu verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen – nur dann dürfen sie ihren Beruf auch freiberuflich ausüben.1 Leider ist diese alles andere als günstig und daher das häufigste Argument, wieso sich Hebammen letztlich gegen die Freiberuflichkeit entscheiden.

Als selbständige Hebamme bist du laut SGB VI außerdem dazu verpflichtet, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Was die Krankenversicherung angeht, haben Hebammen die Möglichkeit, sich zu Beginn ihrer Selbständigkeit entweder gesetzlich oder privat versichern zu lassen.

Auch die Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ist für dich verpflichtend. Diese für Hebammen zuständige Genossenschaft dient zur Absicherung von Körperschäden bei Berufsunfällen. Abgedeckt sind damit nicht nur Arbeitsunfälle, sondern auch Wegeunfälle.2

Eine wichtige Vorkehrung, die du auch zu Anfang deiner freiberuflichen Hebammentätigkeit treffen solltest, ist eine Rechtsschutzversicherung. Gerade im Gesundheitswesen kommt es nicht selten zu einem Rechtsstreit, für den du dich unbedingt vorher ausreichend absichern solltest.3

Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen

Die Berufshaftpflichtversicherung ist die wohl essenziellste formale Grundvoraussetzung, um deinen freien Hebammenberuf ausüben zu dürfen.4 Für den Fall, dass es bei deiner Arbeit zu Vorfällen kommt und sich daraus hohe Schadensersatz- oder sonstige Forderungen ergeben, fängt dich diese Versicherung auf. Eine Berufshaftpflichtversicherung greift also bei allen Leistungen, die eine Hebamme im Rahmen ihres Berufs erfüllt. Kommt es beispielweise bei einer Geburt zu Komplikationen, wird die Versicherung für den verursachten Schaden aufkommen. Den Versicherungsschutz kannst du bei den meisten Versicherungsunternehmen beantragen. Online-Vergleichsportale können dir bei der Wahl der richtigen Hebammenversicherungen helfen.

Obwohl die Berufshaftpflichtversicherung eine wahre Stütze für freie Hebammen darstellt, steht die Pflicht zu ihrem Abschluss aufgrund des hohen Kostenpunktes immer wieder in der Kritik. Denn mit einem Jahresbeitrag von aktuell 9.098 Euro bedeutet die Versicherung oftmals eine enorme finanzielle Belastung für freiberuflich tätige Hebammen.5 Insofern erscheint verständlich, wieso viele Hebammen den Schritt in die Freiberuflichkeit nicht gehen möchten.

Die hohen Kosten wirken zugegeben einschüchternd – allerdings sind diese bei einer guten Auslastung deiner Tätigkeit wirtschaftlich absolut zu bewältigen. Du solltest dir diesem Kostenfaktor dennoch unbedingt bewusst sein und deine ganz eigene Situation bewerten, bevor du dich für den Einstieg in die Selbständigkeit entscheidest. Bedenke außerdem, dass deine Abgaben für den Versicherungsschutz kleiner ausfallen können, wenn du als Hebamme ausschließlich Leistungen in der Vor- und Nachsorge, nicht aber in der Geburtshilfe anbietest.

Rechtsschutzversicherung für Hebammen 

Nicht erforderlich, aber dennoch wesentlich für deine freiberufliche Arbeit als Hebamme ist eine Rechtsschutzversicherung. Gerade im Gesundheitswesen kann es manchmal schnell vorkommen, dass man in einen Rechtsstreit verwickelt wird.

Durch deine Berufshaftpflichtversicherung bist du zwar bei Schadensersatzforderungen fürs Erste geschützt, doch deckt der Rechtsschutz viel mehr als das ab. Sollte es etwa zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen, steht dir die Rechtsschutzversicherung auch bei den oftmals hohen Prozess- und Anwaltskosten zur Seite. Dieser Versicherungsschutz sollte daher auch zu Beginn deiner freien Hebammenarbeit abgeschlossen werden. Informiere dich dazu bei deinem Versicherungsunternehmen oder Vergleiche die verschiedenen Angebote online.6

Die Vorbereitungen zu deiner Freiberuflichkeit bringen auch noch weitere wichtige Schritte mit sich. Informieren solltest du dich neben den Versicherungen auch noch über grundlegende Voraussetzungen, zu leistendes Qualitätsmanagement und die Abrechnung.